Die heiligen 3 Könige (Sternsinger)
Seit Ende des 16. Jahrhunderts hat sich besonders in den Niederlanden und
Belgien, aber auch in Deutschland ein Brauch
eingebürgert, der sich bis heute
erhalten hat. Verkleidete Männer oder Knaben zogen als Dreikönige oder auch als
Gefolgsleute eines vorausgetragenen großen Sterns von Haus zu Haus. Sie trugen
weiße Hemden, waren als Könige verkleidet oder hatten ortsabhängig bestimmte
Kostüme an.

Die Sternsinger erzählten von der Geburt Christi, der Anbetung in Bethlehem
und von Herodes und seinem Ende. Anschließend baten sie um Gaben wie Kuchen,
Nüsse oder Geld.
Dieser zuerst sehr ernsthaft geübte Brauch drohte streckenweise ins Komische
umzuschlagen. So wurden im 18. Jahrhundert oft Schelmenlieder in Psalmenform
vorgetragen. Gegen Ende des 19 Jahrhunderts kam das Sternsingen nahezu in
Vergessenheit. Erst in unserem Jahrhundert ist man bemüht, diesen Brauch wieder
aufleben zu lassen. In den Niederlanden ist aus dem ursprünglichen Sternsingen ein Kinderfest
geworden. Die Kleinen ziehen dabei mit Lampions durch die Straßen.
C+M+B oder K+M+B
Noch heute werden diese Buchstaben als Segensund Beschwörungsformel am 6.
Januar, dem Dreikönigstag, in katholischen Gegenden besonders in
Süddeutschlands, Österreichs und der Schweiz, mit Kreide an den oberen Türrahmen
geschrieben. Es sind die Anfangsbuchstaben der Heiligen Drei Könige Caspar
(Kaspar), Melchior und Balthasar. Schon aus dem christlichen Altertum sind uns
zahlreiche Anwendungsformen dieser Buchstabengruppe als Schutzformel
überliefert, so auch zur Abwendung der verschiedensten Krankheiten vom
Kinderfieber bis zur Altersgicht.
Dreikönigsfest, Dreikönigstag
Der 6. Januar führt gleich zu zwei Namen im Kalender, nämlich Epiphanias und
Dreikönigstag. In vielen Familien wird der Weihnachtsbaum zum letzten Mal
angezündet und anschließend geplündert. Mit dem Dreikönigstag gehen die Zwölf
Nächte zu Ende, man schreibt mit Kreide die Buchstaben C+M+B an die Haustür und
hofft, damit wieder für ein Jahr alles Übel fernhalten zu können. Caspar,
Melchior und Balthasar, die drei Weisen aus dem Morgenland, geben den
Hintergrund des Brauch.
DREIKÖNIGSZETTEL
Zu den mannigfachen Ausdrucksformen der den Heiligen Drei Königen
entgegengebrachten Verehrung gehören auch amulettartig benutzte Papiere mit dem
Zeichen C+M+B und den verschiedenen Beschwörungs- und Wunschformeln. Dieser
Dreikönigszettel wurden vor allem von den Pilgern, aber auch sonst auf den
gefährlichen Reisen im Mittelalter als beruhigendes Reisepapier mitgeführt. Die
große Verehrung der Heiligen Dreikönige als Reisepatrone spielte sich noch heute
auch im Namen vieler alter Gemäuer an den Zugstraßen des Verkehrs, zum Beispiel
"Zum Mohren", "Zum Stern", oder gar "Zu den drei Königen" wider.
|
|










 |