RUSSLAND
Nach dem Julianischen Kalender feiert die russisch-orthodoxe Kirche am
6. Januar (entspricht dem 25. Dezember) die Geburt des Herrn. Väterchen Frost
bringt hier die Gaben und wird in jedem Dorf mit Musik empfangen. Dazu gibt es
Kuchen, die mit vielen Herzen verziert sind. Für jedes Herz soll ein Traum in
Erfüllung gehen.
POLEN
Zum Heilig Abend gehört in Polen die Weihnachtsobladen. Das sind große
eckige Backobladen, meist mit einem aufgeprägten Bild. Viele Aussiedler aus
Oberschlesien kennen diesen Brauch. Tagsüber wird gefastet, und Abends kommt die
Familie zum Weihnachtsessen zusammen. Nach einer Suppe gibt es meist ein
Fischgericht, wenn möglich Karpfen. Ein zusätzliches Gedeck steht auf dem Tisch:
für einen Gast, der vielleicht unerwartet kommt. Die Familie versammelt sich bei
Kerzenlicht um den Tisch, dann wird das
Weihnachtsevangelium vorgelesen und
gebetet. Nun teilen alle ihre Weihnachtsobladen untereinander und wünschen sich
"Frohe Weihnachten". Das Teilen der Obladen ist ein Zeichen dafür, das die
Familie das Leben miteinander teilen will. Es ist eine Geste der Liebe und der
Versöhnung. Dann setzen sich alle zum Essen. Und die Kinder hoffen unter ihrem
Teller ein Geldstück zu finden...
ESTLAND
Gnome beschenken in Estland in der Adventszeit die Kinder mit
Süßigkeiten und Früchten. Kurz vor Weihnachten reinigen die Frauen die Besen in
Haus und Hof besonders gründlich. Denn Hexen und Teufelchen, die um diese Zeit
ihr Unwesen treiben, benutzen diese als Fluggeräte. Schmutz und Dreck darauf
würden die ansonsten ganz netten Überflieger zu üblen Streichen verleiten.
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