"So, das hätten wir wieder geschafft!" sagte der Kaplan Christoph
Schmid und setzte einen dicken Punkt hinter eine Kindergeschichte. Wie
viele er in den letzten Jahren geschrieben hatte, wusste er nicht zu sagen.
Aber er hatte noch eine besondere Überraschung bereit ... Eine schwarze
Fellmütze über die Ohren gestülpt, machte er sich auf den
Weg zur Kirche. Ein eisiger Wind wirbelte die Schneeflocken durch die Gassen
des bayrischen Dorfes Thannhausen an der Mindel. Den Leuten blieb fast
der Atem weg. In der Dorfkirche war von dem rauhbeinigen Winterwetter des
Jahres 1794 nicht viel zu merken, nur ab und zu rüttelte der Wind
an den Kirchenfenstern. Die Kinder, die in der Sakristei eine Krippe bastelten,
spürten kaum etwas davon. Das habt ihr aber schön gemacht", lobte
der Kaplan. "Die Krippe werden wir in der Mitte aufstellen und dann bis
zum Dreikönigstag stehen lassen. Da werden eure Eltern Augen machen.
Und die Ohren werden sie spitzen, wenn sie das Lied hören, das vor
ihnen noch kein Mensch gehört hat Für euch, für alle Kinder
dieser Welt habe ich die Worte gedichtet." Der Kaplan Christoph Schmid
er war damals 26 Jahre alt holte einen Zettel aus seiner Brusttasche und
las: "Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all!’ Wenig später schmetterten
die Thannhäuser Mädchen und jungen zum ersten Male nach einer
Melodie des Komponisten Johann Abraham Schub das neue Weihnachtslied in
die Nacht hinaus.
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