Krippen Christkind und Aberglaube

Krippenformen Geschichte 1200-1600 Geschichte 1600-2000 Heiligen 3 Könige Leise rieselt der Schnee
  Holzkrippen, Kunststoffkrippen und Blockkrippen in großer Auswahl

Krippen um 1600

Die 1608 in Innsbruck und 1609 in Hallen aufgestellten Holzkrippen richten sich nach dem Vorbild der 1607 in München errichteten Krippen. Eine Weihnachtskrippe im Benediktinerinnenkloster Nonnberg ist seit dem Jahr 1615 in Salzburg aufgestellt. Die Neapolitanischen Krippen deren charakterstarken Köpfen die Masken der italienischen Commedia dell’arte erinnern zählen bis heute zu den berühmtesten Krippen.

Da die Szene der Geburt Christi dort oft äußerst aufwendige und detailreiche Straßen- und Marktszenen aufgeführt wird, wird die Darstellung der Geburt oft nur noch Nebensache. Viele Holzkrippen nach neapolitanischem Vorbild wurden in Barock auch in Österreich und Süddeutschland (Bayern, Schwaben und Allgäu) geschaffen.

Weihnachtskrippen wurden durch mehrere Verbote unter Kaiserin Maria Theresia und Joseph II aus den öffentlichen Gebäuden, also vor allem aus den Kirchen, verbannt. Am 22. November 1784 wurde für das Fürstbistum Salzburg ein ähnliches Verbot vom Erzbischof Hieronymus Franz Josef von Colloredo-Mannsfeld ein ähnliches Verbot erlassen.

Dadurch erhielten die Weihnachtskrippen Einzug in den privaten Bereich. Nachdem die Verbote aufgehoben wurden, blieb dies bestehen.

Bis zur allgemeinen Verbreitung des Christbaumes im 19. Jahrhundert stand die Krippe im Mittelpunkt der katholischen familiären Weihnachtsfeier. Noch heute fester Bestandteil des häuslichen Weihnachtsschmucks sind Hauskrippen.

Sie werden in allen erdenklichen künstlerischen Stilen und Materialien gefertigt. Bis hin zur Weihnachtskrippe von Playmobil aus dem Jahr 2000 sind auch selbst gebastelte oder fertig gekaufte Holzkrippen für Kinder sehr beliebt.
Im Bayrischen Nationalmuseum in München und eine weitere im Dombergmuseum in Freising befindet sich eine der größten ganzjährigen Krippenausstellungen aus verschiednen Jahrhunderten. Als Besonderheit wird die in Krakau seit etwa 1900 übliche Form der Krippe (polnisch szopka) aus Pappe und bunter Aluminiumfolie, die an Elemente des Puppentheaters erinnert empfunden.Die bis zu 2 Meter hohen Krakauer Krippen erinnern in ihrer Form traditionell an die Architektur der Krakauer Marienkirche, manchmal auch an andere Krakauer Kirchen und den Schlosshügel Wawel.

Der Krippenwettbewerb, der seit 1937 veranstaltet wird, gilt als ein Höhepunkt der Stadt und zieht jedes Jahr viele Teilnehmer an. Als weiter Besonderheit zählt die Figur des „cagners“ (zu deutsch „Scheißerchen“), welche in Katalonien eine bis zur Barockzeit reichende Tradition hat.

Diese Figur in traditionell-katalanischer Bauerntracht verrichtet mit heruntergelassen Hosen seine Notdurft. Alljährlich wird die größte Wurzelholzkrippe der Welt in der Vorweihnachtszeit im Weihnachtsdorf Waldbreitbach errichtet und kann dort bis Anfang Februar betrachtet werden.

Zu der nahe stehenden Varianten der Weihnachtskrippen von 1223 zählen die Darstellung mit lebenden Tieren sowie das Krippenspiel.

Der Weihnachtsmarkt in Essen zeigt beispielsweise alljährlich ein Krippenspiel mit lebenden Schafen, welche für die Dauer des Weihnachtsmarktes in der Krippe leben.

Alljährlich führen seit 1920 Schüler des Lübecker Katharineums zur Adventszeit das Krippenspiel in der Lübecker Aegidienkirche in niederdeutscher Sprache auf. Eine andere Variante betont stärker den Heiligen Drei Könige geleitenden Stern von Bethlehem durch den Adventsstern oder den Herrhuter Stern.

 


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